
Spätestens nach dem Film
'Le fils de l'epicier' war klar, dass uns die nächste Reise mit
dem neu motorisierten J7 in die Drôme führen musste. In diesem
wunderbaren französischen Studiofilm
von 2007 spielen neben den Schauspielern die traumhaften Landschaften
der Drôme Provencale, sowie ein zur 'Epicerie volante' umgebauter
Peugeot J7 weitere Hauptrollen. Hier geht's zum Trailer.

Die ehemalige Alimentation
wurde für den Film wiederbelebt. Mittlerweile beherbergt sie das Office
de Tourisme, welches allerdings nur gerade zwei Stunden öffnet.

Wer diesen Strassen folgt findet
ein kleines Paradies...

Lavendelfelder überall...

betörender Duft und
zirpende Zikaden

Das ganze Tal bringt den geernteten
Lavendel in die Destillerie

Traumstrassen schlängeln
sich endlos durch die wildromatische Landschaft...

Stille Aprikosenhaine.
Wir sind im Süden.

Der 2-Liter Motor und das
5-Ganggetriebe aus dem J9 machen aus dem Camion ein zügiges Reisemobil!
Der Umbau hat sich zum Glück gelohnt! Knapp 120 km/h bie 3500
U/min! Das heisst viel weniger Lärm
und deutliche Distanz zu den allgegenwärtigen LKWs.

Passstrassen
gehen nun locker im 3. Gang. Ausserdem brauchen wir 10% weniger
Sprit. Dies alles geht weniger auf die nur knapp 12 Mehr-PS zurück. Vielmehr
bringt das, bei tieferer Drehzahl angesiedelte, höhere Drehmoment
die positiven Effekte. Ausserdem haben wir von der kürzesten 4-Gangvariante
auf das längste 5-Ganggetriebe
umgebaut.

Lastwagen mit Doppelwinkel...

Wieder
auf den Spuren des Films suchen wir die Garage mit den alten Werbeschildern,
in denen Der Film-J7 wieder zum laufen gebracht wurde.

Weiter geht's immer auf kleinen
Strassen. Etwas anderes gibt es auch gar nicht...

Mit der Hilfe Einheimischer,
finden wir Frederic's Garage problemlos. Auch die Schilder aus dem Film
sind alle noch da.

Die Werkstatt ist in Betrieb!
Unter ein paar Schachteln steht eine 403 Limousine. Auf dem Vorplatz
zwei CX zum Verkauf. Es wäre irgendwie unpassend hier nach den vielen
schönen alten Blechschildern zu fragen.

Geplant waren 2-3 Tage. Wir
blieben fast 2 Wochen in diesem Dorf. Hier funktioniert noch alles! Vor
der Boulangerie steht man morgens Schlange und liest die Zeitung. In
der Superette werden einem die Lebensmittel noch ins Auto getragen (Wir
sind Touristen!!) und im Bar/Tabac erzählen sie sich die Geschichten,
welche alle Clichées vom französischen Leben bestätigen.

M. Desvilliers ist gerade 100
(!) geworden. Er holt sich die Zeitung und das Baguette täglich selbst!
Auf dem vom Bürgermeister handschriftlich verfassten Aushang neben der
Boulangerie wird das ganze Tal zur Geburtstagsfeier eingeladen.

Die automobile Landschaft hingegen,
hat sich in den letzten 5 Jahren stark verändert. Bilanz von 3 Wochen
französischer Provinz: Zwei 504 Pickup, eine 505 Limousine, zwei 605,
ein J9, null J7, null 104, null 304, null 504 Berlines...
Die Spritpreise und die fehlende Teileversorgung scheinen definitiv ihren
Tribut gefordert zu haben. Ausserdem hat sich Peugeot in den letzten
paar Jahren komplett aus der Prairie zurückgezogen. Renault ist geblieben.
Dies zeigt sich deutlich im Strassebild. Auch bei den Neuwagen.

Der freundliche Mann auf dem
Markt lud uns auf seine Bergerie ein um mit unserem Kleinen beim Ziegenmelken
zuzuschauen. Man müsse nur nach der scharfen Kurve am Ende der Brücke,
links, 3 km den Berg hinauf fahren. 'Au premier' gehe das schon meinte
er. Dank den 19-Zoll Rädern und den kurzen Überhängen des J7 dann zwar
abenteuerlich aber machbar! Ach ja: Zu unserer grossen Überraschung erwartete
uns keine Verkaufsveranstaltung mit Produits du Terroir. Einfach nur
Ziegen melken und auf die Weide bringen. Und viel erfahren über sein
Leben auf dieser schönen Alp!

Geier!

Mittagsruhe im Hauptort der
nördlichen Drôme.

Den
einzigen Gewittertag nutzten wir um ein paar Pässe abzufahren. Unser
12-monatige Sohn liebte es, vorn auf der rechten Doppelbank,
über all die welligen kleinen Strassen zu schaukeln. Wurden ihm die
vielen Kurven zu langweilig, machten wir Halt, und während wir vorne
Kaffee kochten, schlief er seinen Nachmittagsschlaf im hinteren Teil
unseres J7! Wir kommen wieder. So wie's aussieht schon nächstes
Jahr. So viel traditionelles Frankreich auf einmal ist nicht mehr überall
zu finden.
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