Die Suche nach der perfekten 504 ti Automatique
Alles begann mit dem einfachen
Wunsch nach einer 504 Berline für
einen regelmässigen Besucher dieser Seite .
Um die Suche ein wenig zu erschweren sollte es wenn möglich ein Ti
mit der legendären Kugelfischer-Einspritzung und einem Automatikgetriebe
der Zahnradfabrik Friedrichshafen werden. Während wir in den letzten
Monaten auch immer wieder auf das eine oder andere Attribut verzichteten
und trotzdem zu Besichtigungstouren quer durch die Schweiz fuhren,
begannen sich die Vorstellungen bzgl. des Traumwagens zunehmend zu präzisieren.
Sie sollten schliesslich in einer 'Suisse'- Ausführung kumulieren.
Doch dazu später mehr. Dies
erleichtert die Sache angesichts des dünnen
Angebotes natürlich nicht unbedingt, lässt aber vermuten, dass
auch in der neuen Saison einige interessante Ausfahrten im Ti des Webmasters
mit anschliessendem Bier zu erwarten sind. |

Objekt Nr. 1: 504 Ti 1978, 56000
km, 4-Gang manuell. Das Originalphoto der Annonce mag den einen oder
anderen vielleicht ein wenig an David Hamiltons weichgezeichnete Soft-Erotik
Mädchenposter
aus den Achzigern erinnern... Für diese Geschichte bedeutet es den
Anfang einer ganzen Reihe von Ortsterminen. In voller Schärfe betrachtet,
offenbarte der Wagen mit der unglaublich tiefen Laufleistung leider einige
Schwächen. Die Carrosserie hatte ihren Glanz weitgehend verloren
und schrie nach einer Ganzlackierung, - wollte man wirklich einen schönen
Wagen daraus machen. Unterschiedlichste Reifen ruhten auf rostgeplagten
Felgen und eine Zierblende des Armaturenbrettes (ja die!) ist irgend einmal
einer, im Aschenbecher unbeaufsichtigt niederbrennenden, Zigarre zum Opfer
gefallen...Der Wagen war nicht geprüft und eine Probefahrt, mangels
Nummernschild, nicht möglich. Somit fiel die Bremsprüfung ins
Wasser. Zu guter Letzt überlebte die Kugelfischer-Membran einen 3/4-Gas-Test
im Stand nicht. Dichter, schwarzbrauner Rauch nebelte die Einstellhalle
nachhaltig zu. Der freundliche Verkäufer nahms erstaunlich locker
und wischte stoisch die Hofeinfahrt. Positiv
zu vermelden war, dass sich die Karrosserie erwartungsgemäss
nahezu rostfrei präsentierte. Dies galt allerdings nicht für
die vorderen Federbeinteller. Heute, nach unzähligen Misserfolgen
tendiert der obengenannte 504-Interessent dazu, dieses Auto im weichgezeichneten
Licht der Vergangenheit zu idealisieren. 'Warum hab' ich bloss auf dich
gehört
und ihn nicht gekauft?' |

Einer vielversprechenden Annonce
im Netz folgend, nahmen wir nur wenige Tage später die Fahrt
quer durch die Schweiz in einem 605 Turbodiesel unter die Räder.
Obwohl in GL-Ausstattung, weckte das ausgeschriebene Fahrzeug hohe
Erwartungen, zumal es mit dem begehrten Code 180 geprüft wurde,
was ein Vorführen alle 6 Jahre ermöglichen würde. Preis
und Laufleistung überzeugten ebenfalls. Die vermeintliche Schönheit stand dann bei einem 'Fähnchenhändler' wie er im Buche steht. Stets gutgelaunt, freundlich und hilfsbereit erklärte sich der Besitzer bereit, die Motorhaube den interessierten Touristen aus der Deutschschweiz zu öffnen... |

Dieses Bild bot sich dem geneigten
Beobachter kurz bevor der freundliche Händler begann den Haubenzug
im Fussraum zu suchen. Das nächste Bild musste leider der Zensur
zum Opfer fallen. Als 'Cul de Genève' soll die Episode
alsbald in die Geschichte dieser Autosuche eingehen... |

Weder in der Annonce noch auf
dem Photo sichtbar ist, dass der gesamte Motorraum mit dem Pinsel (!)
eingefärbt wurde; Teilweise unter Einbezug diverser Kabelstränge,
Leitungen und Nebenaggregate...Ausgebleichte Blinker und einige handwerklich
originell ausgeführte Korrekturen
am formvollendeten Blechkleid liessen den Mut des Käufers schlagartig
sinken und die Gedanken begannen sich schon vor der Probefahrt in Richtung
Nachtessen zu bewegen. Selbige liess uns dann vollends an den Prüfnormen
unserer französischsprachigen Miteidgenossen zweifeln. Sicher scheint
zu sein, dass diese über Prüfgruben in ihren Testzentren verfügen
müssen, denn auf eine Hebebühne hätte es der schlappe GL
wohl kaum mehr geschafft. Dies angesichts eines Beschleunigungsvermögens,
welches meinen J7 zum flotten Gran Tourismo befördert... Höchste
Zeit also, sich eine Terrasse am Neuenburgersee zu suchen um wenigstens
eine kulinarische Rechtfertigung für die 5 Stunden Autobahn zu finden... |

Objekt Nr. 3: 'La parfaite'.
Ein Auto wie aus einer anderen Welt! Der wunderbare Wagen lässt
einem angesichts seines Erhaltungszustandes und seiner Kilometerleistung
ehrfürchtig
erstarren. Wohl nur noch dem Isenheimer Altar wurde mehr Aufmerksamkeit
und akribische Pflege zugesprochen wie diesem Ti. Stolze
180'000 km wohlbehüteter Gleitflug und wohl etwa ebensoviele investierte
Dukaten machen aus ihm ein Denkmal welches seinesgleichen sucht. Kaum
ein Teil wurde noch nicht durch ein neues ersetzt, keinerlei Spuren
ungebührlichen
Gebrauchs stören den Eindruck; Noch nicht einmal die Spur eines Ölnebelchens
verunstaltet den Maschinenraum und den Unterboden. Die massgeschneiderten
(!) Schonbezüge und die nachgerüsteten Amil-Felgen runden das
Bild eines 504 mit Neuwagencharakter ab. Der geneigte Leser mag nun vermuten,
dass unser Kaufinteressent sofort zugeschlagen hat, zumal sich der
verhandelbare Preis in realistischen Regionen bewegt. Hätte er
wohl auch, würde dem Wagen nicht die begehrte Automatik sowie eine
Servolenkung fehlen. Ausserdem wünscht man sich eine Farbe, welche
die Siebziger wieder lebendig werden lässt. So wird uns also das
Leiden des jungen Käufers noch länger begleiten. |

'Nur leichte Gebrauchsspuren, garantierte
Kilometer, Serviceheft, Winterreifen, frisch ab der sehr, sehr strengen
Motorfahrzeugkontrolle und sofort einlösbar. 1. Hand von einem älteren
Herren neu gekauft und selten benutzt. ( 75.000 km in 28 Jahren! ) 2.
Hand von mir. Fahrzeug stand meist in der Garage und ist in absolutem
Topzustand. (Fast) kein Rost, da Dintrolbehandelt (bis auf kleinere Stellen
im Lack am Türrahmen
aufgrund von Steinschlag), el. Fensterheber vorne, Original Blaupunkt-Radio,
Innenraum wie neu. Scheckheft, Rechnungen für Wartungsarbeiten und
Austausch von Benzinpumpe sowie
Revidierung der Einspritzanlage liegen vor.' |

504 Ti Suisse der Unverkäufliche
Nr. 1. Gut, das war eigentlich klar. Der Wagen mit Kilometerstand in
der unteren Hälfte der ersten 50'000 steht da schon lange rum.
Selbst schon vor 5 und 10 Jahren nachgefragt, bleibt der Besitzer
konsequent. Auch unser zunehmend ungeduldig werdender Kaufinteressent
musste die gleichen Worte vernehmen wie bisher jeder,
der wusste, welche Pretiose sich da unter einem Wellblechdach im Hinterhof
eines Löwenhändlers versteckt. Der Abschiedsgruss aus Socheaux
wurde mit Colorglas, Tweedpolstern und Bicolor-Amils ausgerüstet.
Vorboten der kommenden Achziger und damit des 505.
Die Worte des sehr freundlichen Seniors lauten etwa so: ,Da müssen
sie den Junior fragen, der 504 gehört ihm.' Der Junior (falls er
grad umäwäg
ist) erklärt dann, dass er den Ti damals neu gekauft und sofort
zur Seite gestellt hat und er deshalb unverkäuflich sei. Hmmpf.
Was soll man da angesichts solch' konsequenten Vorgehens noch sagen?
Jede Widerrede ist zwecklos. Es bleibt der leise Neid und die quälende
Frage, ob wir wohl alle zu spät geboren sind? |

504 Ti Suisse in der Sonderedition
'sortie de la grange'. Und genau dieser Umstand bereitet unserem tapferen
Interessenten seither schlaflose Nächte. Wäre ein echter
Scheunenfund nicht die Krönung der Suche und gleichzeitig der perfekte
Anfang einer lebenslangen Verbindung? In welchem Mann tauchen hier nicht
verkappte Retterinstinkte aus tiefsten Seelengründen auf? Doch Gemach;
Bisher leider ungeklärt bleibt, ob unser Held zum ungeküssten Froschkönig
werden muss, oder ob er das rostfreie Burgfräulein als Ritter Löwenherz
stolz in seine Heimat zurückführen darf. Bisher haben weder Diplomatie
noch Grossoffensive und Guerillataktik zum Erfolg geführt...affaire à suivre |
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Erste Frühlingsstrahlen
lassen manche Dinge wieder in freundlicherem Licht erstrahlen... Was
hier aussieht wie die Kopie des - mittlerweile unfreiwillig zur Referenzkalesche
aufgestiegenen - Webmasters 504, offenbarte bei genauer Betrachtung
verdächtige Wellen unter dem zweiten Lack. Weniger versteckt, löste
sich derselbe auf dem Dach an einigen Stellen und machte bereits neuem
Rost platz. Strukturell ist der Wagen gesund, verlangt aber nach einer
neuen Lackierung mit guter Vorarbeit. Die Probefahrt verlief zufriedenstellend,
Automatik und Motor verrichteten ihren Dienst wunschgemäss. Für
leichten Nervenkitzel sorgte im langweiligen Feierabendverkehr
nur das Bremspedal, welches eine leichte Tendenz zum Durchfallen zeigte...
Insgesamt sicher ein valabler Wagen, der aber noch einiges an zu bezahlender
Arbeit bringen würde. Die technische Instandstellung sowie die notwendige
Lackierung, in Addition zum selbstbewusst angesetzten Verkaufspreis trieben
den zu erwartenden Einstandspreis in Höhen eines Pininfarina Coupés
in absolutem Topzustand. Man ahnt es bereits: Unser Interessent konnte
hier nicht zusagen. Unsere Fahrt sollte trotzdem entschädigt werden, zeigte uns der freundliche Verkäufer doch noch diverse Schätze auf seinem Hinterhof und in dunklen Gemächern um denselben herum! 504 Break, 104 S, 304 Coupé, 504 Cab, 201, 203, Solex... |
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Die ersten Frühlingsstrahlen
haben sich seit Ostern zu einem regelrechten Frühsommer gemausert,
was unsere neueste Besichtigungstour zur perfekten Saison-Eröffnungs-Fahrt
mit dem 304 Cabrio werden liess. Von dem Auto wussten wir schon länger.
Der Besitzer bestand allerdings darauf, die Besichtigung erst vorzunehmen,
wenn wirklich die letzten Salzmoleküle vom Asphalt gespült
wären... |

Zur Probefahrt mit
dem Ti mit manueller Schaltung sollte es dann aber doch nicht kommen,
da der Wagen immer noch wohlbehütet im Showroom des Vertragshändlers
stand. Nom d'une Pipe... |

Eingepfercht hinter diversen
Neuwagen steht im blitzsauberen Showroom unser Objekt der Begierde:
direkt neben einer 404 Limousine im 'Argentina Style' ! Die Lufthutze
ist zeitgenössisch, entbehrt aber jeder Funktion, zumal die Haube
darunter nicht geöffnet wurde. Sehr schön hingegen: Die gelben
Marchal anti-brouillards! |

Die Nervosität des Webmasters
auf der Anfahrt hatte weniger mit der Fahrweise des -zum ersten Mal
mit einer Peugeot-Stockschaltung (hier ist kein Gang!? Kriiikkkkkrzzzriiiii)
der ersten Stunde konfrontierten- Kaufinteressenten zu tun, als mit
der Tatsache, dass die Vorinformationen zum Ti vermuten liessen, dass
der 'Referenzstatus' des Webmasters Ti wanken könnte (M'enfin?). Eine leichte Beruhigung trat ein (bei mir, nicht beim unserem Interessenten), als sich der Wagen bei genauer Betrachtung als anständiger 3er entpuppte. Der Wagen ist innen und aussen sehr schön patiniert und macht einen gepflegten Eindruck. Laut Aussagen des Seniors müsste der Wagen 'so wie er da steht' geprüft werden können. Leichte Zweifel sind ob solcher Aussagen normalerweise angebracht, also strecken wir den Kopf mal ins Zwischendeck und inspizieren wir doch mal den Maschinenraum und zuletzt das Untergeschoss... |

Diese Stelle im Zwischendeck
sagt IMMER die Wahrheit über den Kariesbefall des gesamten Wagens.
In diesem Falle erst leicht angegriffen und bereits zugebraten, kann
davon ausgegangen werden, dass sich auf einer Bühne noch andere
kleinere Rostherde zeigen würden. Unrettbar ist das nicht, aber
halt auch nicht rostfrei. Der Motorraum zeigte sich sauber, überraschte
aber mit einer originellen Konstruktion vor der Einspritzpumpe. In
Ermangelung einer neuen elektrischen Bosch Vorförderpumpe (ja
die!), wurde eine Zubehörpumpe mit Druckreduzierventil eingebaut.
Soll einwandfrei funktionieren, konnten wir aber nicht testen. Der
Unterboden zeigte sich - soweit sichtbar- in gutem Zustand, allerdings überraschten
die letzen beiden Auspufftöpfe, welche aussahen wie geplatzte
Havannas...Soviel zum Thema 'Prüfen wie er da steht'. Fazit: Ein
Wagen ohne die gesuchte Automatik mit guter Substanz, charmanter Patina,
und überschaubarem
Aufwand. Der geneigte Leser weiss was jetzt kommt...Unser glückloser
Interessent kann hier einfach nicht ja sagen! Aber wie auch? Irgendwie
scheint in Folge des grassierenden Youngtimer-Hypes, vielen Verkäufern
der Bezug zur Preisrealität verloren gegangen zu sein... Hier
werden wiederholt für nicht fahrbereite, ungeprüfte Exemplare
mit geschätztem Investitionsbedarf von 1'000-2'000.-- locker
mal 8000 Schweizer Franken (5000 Euro) aufgerufen! Ganz schön
selbstbewusst zumindest. Ich habe mir lange überlegt, ob ich etwas
zu den Preisen schreiben soll, steh ich doch im Verdacht parteiisch
zu sein. Aber trotzdem: Meiner Meinung nach gibt es obigen Preis allerhöchstens
für einen Ti im konsequenten Bestzustand. Also Zustand 1. Laut
Classic-Data heisst das: Neu oder Besser. Nicht weniger. Solche Wagen
stehen normalerweise in Pebble Beach oder Villa d'Este auf kurzem Rasen.
Allerdings sollen dort noch keine 504 Limos gesichtet worden sein.
Realistischer sieht es meiner Meinung nach Olditax, welche die Berline
im neuesten 'Oldtimer Katalog Nr. 21' im Zustand 2 und 3 mit 6'000
Chf (3'700 Euro) bzw. 4'000 Chf (2'500 Euro) bewertet. Youngtimer-Hype
hin oder her. Höhere Preise würden unserer Leidenschaft doch
auch nicht wirklich zu Gute kommen. Zumindest gehe ich davon aus, dass
keiner von euch da draussen eine 504 Limousine als Spekulationsobjekt
in der Garage stehen hat. Da wende man sich wohl eher nach Coventry
oder Zuffenhausen.
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Für einmal befand sich
unser 504-Freier alleine auf der Pirsch. Schliesslich musste der J7
am wunderschönen Sommerwochenende
wieder einmal in die Südschweiz gefahren, und meine Prioritäten
anders gesetzt werden. Eine perfekte Gelegenheit also, unseren, von leichter
Verwirrung geplagten, Liebhaber alleine auf die Spuren des nächsten
potentiellen Killer-504s zu schicken. Dies gibt uns doch die Gelegenheit,
diesen einmal in einer Gastkolumne zu Wort kommen zu lassen...Ausserdem
nutzen wir gleich die Gelegenheit um zu lernen, welche Art von jugendlichem
Literaturgenuss zu ungeahnten hormonellen Verwirrungen im fortgeschrittenen
Alter führen
kann!
Am Verschluss auf dem zartbraunen
Wagen-Rücken gefummelt – glänzende Ersatzteile und das
mich um den Verstand bringende Gummimatten-Benzin-Parfum, das nur 504-Kofferräume
verströmen... Den Blick unter die Schürzen gewagt – rostfreie
Beine! Anmerkung des Webmasters: Warum nicht mal Cervantes Don Quichotte
lesen? |
ALARME! PERTURBATION IMPORTANTE!

Das musste ja mal kommen! Der
immer wieder verschmähte
Liebhaber wirft seine Mandoline verzweifelt auf das Pflaster und verlässt
mit blutenden Fingern und schwerem Gemüt das schwach erleuchtete
Fenster über
ihm, vor welchem er viele Nächte lang seinem Schmerz und Begehren
in bitteren Melodien Ausdruck gegeben hat. Es begab sich also, als er
mit müden Schritten nachhause wanderte, dass ihm aus dem Dunkel am
Wegesrand eine wunderbare, süsse Weise vom lauen Abendwind zugetragen
wurde. Sein wundes Herz, wehrlos, führte ihn durch die Büsche
auf eine, vom Mond sanft erleuchtete, Lichtung. Dem Armen stockte der Atem.
Da stand eine, in wunderschönes Gewand gehüllte, automobile Verführung
der Oberklasse und reckte sich ihm willig entgegen! Da steht er nun, der
arme Tor... |
Und weiter ging auch den Sommer über unsere Suche nach der perfekten TI Limousine! Was denn genau 'perfekt' bedeuten soll, wird uns aber noch drei Episoden lang verborgen bleiben. Fest steht nur, dass das Leiden noch lange kein Ende nahm...Doch lassen wir doch unseren 504 Liebhaber auf Freiersfüssen wieder selbst zu Wort kommen!
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Rüüdig* schöne
cheibe** Wage Opfer der Restrukturierungswelle geworden (zum Beispiel weil sie die geforderten Showrooms nicht bauen wollten / konnten, zuviel altes Blech ums Haus hatten o.ä.), soll es Peugeot-Garagisten gegeben haben, die in ihrer verständlichen Wut alles verkauft haben, was das Löwenemblem trug – auch ganze Kollektionen von über lange Jahre gesammelten Autos. Irgendjemand muss doch diese Werkstattchef-gepflegten Wagen gekauft haben, oder? Einem solchen Hinweis folgend reiste der verzweifelt Suchende in die Urschweiz: ein goldener (!) TI Automatique mit Lederausstattung und tiefem Kilometerstand sei dort vor ein paar Jahren Objekt eines solchen Frustverkaufs geworden und in der Nähe der in x-ter Generation geführten entlöwten Peugeot Garage geblieben sein. Tatsächlich war der Käufer ausfindig zu machen und ein Besichtigungstermin der dem geneigten Leser bereits nähergebrachter masochistischen Art konnte nach telefonischem Abhören nicht enden wollender Lobeshymnen vereinbart werden (dass der in der Verklärung zum goldenen Prinzen geküsste froschgrüne TI unverkäuflich ist, versteht sich ja mittlerweilen von selbst. So blieb denn auch mein persönlicher Berater getrost zuhause...). Nachdem eine Kollektion Käfer und Caravellen besichtigt, die Wasserschildkröte bewundert, die Einmischung des Staates in Alles und Jedes beklagt und den künftigen Erben all dieses Elends ausgiebig die Hand geschüttelt war, führte eine längere Fahrt hinter einem 406 (seinerseits ein rüüdig schöner cheibe Wage) irgendwo aufs Land, wo niemand einen 70er-Jahre-Wohnblock mit rüüdig vielen Einstellboxen vermuten würde. Wobei die beiden geöffneten weit mehr waren als simple Einstellboxen. Es waren Meditationsräume, ausgestattet mit Perserteppichen, Bierfässer-Hockern (wahlweise Schweizer oder Innerschweizer Grossbrauerei), Fotos von allen je besessenen Vierbeinern und –rädern, lauwarmen Biervorräten (wahlweise Schweizer oder Innerschweizer Grossbrauerei), Radio-Beromünster-Empfangsgeräten (wahlweise dumpfe oder sehr dumpfe Klangeinstellung) – eigentliche Schreine für zwei Präziosen: zwei kaum je bewegte Peugeots in grünen Tönen, 404 und 504. Erst nach einem rüüdigen Schluck (die Wahl fiel auf die Innerschweizer Grossbrauerei) durfte der 504 gestartet und süüferli*** aus dem Schrein gerollt und der Kilometerstand damit um fast ein Promille erhöht werden. Leder, Lack, Automat, alles dran. Rüüdig schöne cheibe Wage. Unverkäuflich. Die Wahl viel noch einmal auf die Innerschweizer Grossbrauerei. Warum tu’ ich armer Cheib mir das an? * Luzerner Dialektwort. Wahrscheinlich von Standarddeutsch räudig als zunächst ironische Bedeutungsumkehr, vgl. mordsmäßig. Analog zu „sehr“, aber stärker, zur Steigerung von Adjektiven und Verben, auch allein als Adjektiv im Sinn von "sehr gut", "sehr schön" u.ä. ** Cheib = urspr: Aas, heute Kraftausdruck; cheibe (Adjektiv) = verflixt *** vorsichtig |